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Machen Kreditkarten eigentlich satt?

  • Autorenbild: Dela
    Dela
  • 21. Sept. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 3. Okt. 2025


Zugegeben, man würde die Überschrift vermutlich ganz klar mit Ja! beantworten. Mit Kreditkarten kann man schließlich alles kaufen. Von Wocheneinkäufen, bis ne Yacht ist alles drin. Logischerweise halt je nach Kreditrahmen.

Aber ich bin ja hier nicht eure Finanzberatung, da könnt ihr euch ja schon denken, dass es in eine ganz andere Richtung gehen wird.

Und Tadaaa! Es geht um Mikroplastik. Was das ganze mit Kreditkarten zu tun hat erklär ich noch. Fangen wir mal am Anfang an.

Was ist Plastik überhaupt und wofür wird es verwendet.

Der erste vollsynthetische Kunststoff wurde 1907 von Leo Baekeland erfunden. Verwendet wurde es für Telefone, Radios, Steckdosen usw.

Und dann passierte es. Eine Reihe bedauerlicher Ereignisse.

In der Zeitspanne 1930-1950 wurden PVC, Nylon, PE (Polyethylen), PS (Polystyrol) und Polyester erfunden.

Ab den 50er Jahren boomte dann die Plastikindustrie, die Massenproduktion begann.

Von wegen so ne coole Bezeichnung wie Kreidezeit oder Steinzeit, wir befinden uns im Plastikzeitalter. Woohoo.

Was das alles für Folgen für die Natur haben würde, war den Damen und Herren damals noch nicht klar.

Und jetzt? Ja, now we have the salad.


Triggerwarnung, es folgt ein kurzer wissenschaftlicher Text:

Plastik ist ein künstlich hergestelltes Material, welches hauptsächlich aus Polymeren besteht. Also aus langen Molekülketten, die aus Erdöl, Erdgas oder Kohle gewonnen werden.

Zugegeben, Plastik hat viele tolle Eigenschaften, es ist langlebig, vielseitig einsetzbar, weil es formbar ist, billig in der Herstellung, billig im Verkauf, hygienisch, resistent gegen Wasser und Bakterien, leicht zu reinigen und wiegt nicht viel.

Also eigentlich voll das geile Zeug! Oder vielleicht doch nicht?

Ich zähle mal ein paar Beispiele auf, wo Plastik verwendet wird.


Nochmal Triggerwarnung, es folgen wissenschaftliche Begriffe.

Plastiktüten (die sollten komplett verboten werden, oder pro Stück 100€ kosten!)

Folien, PET-Flaschen (Polyethylenterephthalat, wer denkt sich denn solche Bezeichnungen aus?!)

Klamotten (Polyester)

Fensterrahmen, Rohre, Kabel, Bodenbeläge (PVC)

Styropor, Verpackungen, Einweggeschirr (PS - Polystyrol)

Elektrogeräte, Lego, Kinderspielzeug, Monitore, Computergehäuse, Mäuse, Tastaturen, Kaffeemaschinen, Schutzhelme und noch so viel mehr (ABS - Acrylnitril-Butadien-Styrol)

Autoreifen (SBR - Styrol-Butadien-Kautschuk, BR - Butadien-Kautschuk, IIR - Butyl-Kautschuk, EPDM - Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk, Polyester, Nylon, Rayon. Na, blickst du noch durch? Zu den Autoreifen komme ich gleich noch mal)


Also woher soll man denn bei dem ganzen Buchstabensalat noch wissen, was hier eigentlich Phase ist??

Ich fasse es mal kurz zusammen.

Man nehme alle Buchstaben und was dabei rauskommt ist: Scheiße. Plastik ist scheiße. Ja, Fäkalsprache in nem Blog.

Fangen wir mal an mit der Eigenschaft langlebig.


Plastik braucht ca. 100-500 Jahre, bis es zerfällt. Je nach Sorte natürlich.

Aber! Plastik baut sich nicht ab, es zerbricht einfach in kleinere Teile.

Und noch kleinere. Und noch kleiner. Bis es Mikroplastik wird. Also kleiner als 5mm. Und danach Nanoplastik, kleiner als 1µm.

Hat man schon gehört und man weiß auch, dass man das nicht gut finden soll.

Aber wisst ihr auch wieso?

Wenn ja: Streber! Nein, quatsch! Dann seid ihr einfach schon richtig gut informiert.

Und wenn nicht: es erfährt hier keiner, ich verrate es keinem ;)

Mikroplastik ist "sterbendes" Zombie-Plastik (ich träum heute Nacht von dem Wort, ich schwör!), es verliert seine Form durch z. B. äußere Einflüsse wie Sonne, Reibung, Wind und (Meer-) Wasser. Aber es verschwindet nicht. Nicht ganz. Es wird nur noch immer kleiner.


Um die 11 Millionen Tonnen Plastik (Alter!) gelangen jährlich ins Meer, die Prognosen bis 2040 liegen bei 30 Millionen Tonnen (googelt mal "Plastikinsel", bzw. Great Pacific Garbage Patch und schaut auch Bilder dazu an).

Kritiker könnten jetzt sagen: Ja und? Ich lebe nicht am Meer, was hat das mit mir zu tun? Ist mir doch egal.

Ja warte, ich komm noch zu deinen Kreditkarten.

In allen bisher untersuchten Schichten im Meer wird Mikroplastik nachgewiesen. Selbst in Tiefseegräben in über 11000m Tiefe und sogar im arktischen Meereis.

Durch die Strömung (noch funktionieren die, aber das ist n anderes Thema) wird es weltweit verteilt. Es gelangt in alle Meere.

Und nun zähle ich euch mal die Auswirkungen davon auf.

Plankton, Muscheln und Garnelen filtern Partikel aus dem Wasser und das Mikroplastik wird direkt im Gewebe und Verdauungstrakt aufgenommen. Sozusagen die 1. Stufe in den Nahrungsketten.

Fische nehmen es (ich kann nicht jedes mal Plastik oder Mikroplastik schreiben! Ich sage ab jetzt: du weißt schon was) über bereits damit kontaminierte Beute oder direkt aus dem Wasser auf. Du weißt schon was sammelt sich in den Mägen und sendet das Signal: Satt!, ohne dass diese Tiere Nährstoffe zu sich genommen haben. Sie verhungern mit vollem Magen. Ihr seht schon worauf ich hinaus will, oder?

Mit du weißt schon was kontaminierte Tiere, landen letztendlich auf eurem Teller. Und durch die Nahrungskette reichert sich immer mehr Mikroplastik in den jeweiligen Tieren und deren Beute an, bis sie vom größten aller Jäger gefressen wird, dem Menschen.

Ja, ihr esst das Zeug mit. Durch Honig, Bier, Leitungswasser, Flaschenwasser, Salz, Zucker, Fische, Muscheln, Krustentiere, Fleisch, selbst durch Obst und Gemüse, diese können es über ihre Wurzeln aufnehmen.


Aber nun nochmal der kurze Abstecher zu den Autoreifen.

Der Abrieb von Reifen macht rund 30% des Mikroplastiks in der Natur aus. Es gelangt in die Böden und in die Luft, und wir atmen es ein.

Wir essen es, atmen es, putzen uns damit die Zähne, machen Peelings und waschen sowohl uns damit, als auch unsere Klamotten (wobei es mittlerweile in Kosmetik verboten ist).

Dein Körper sitzt voll damit, es wurde nachgewiesen in Blut, Lunge, Darm, Plazenta (das ist das wo die Babys im Bauch dran hängen und dadurch ernährt werden), Muttermilch, Leber und bei Tieren auch bereits im Hirn (im menschlichen Hirn sehr wahrscheinlich auch, der Nachweis steht noch aus).

Die nachgewiesenen Folgen für den Menschen sind Entzündungen, Schädigungen der Organe, DNA-Schäden, was das Krebsrisiko erhöht, Hormonstörungen, Schwächung des Immunsystems, Blutgerinnsel und Herzprobleme. Und die tatsächlichen Folgen können noch nicht einmal ansatzweise abgeschätzt werden. Ein Mensch isst pro Woche ca. 5g Mikroplastik.


Das entspricht in etwa der Menge einer Kreditkarte.


Unser Sorgenkind: die Schieferkuhle, hinterer Bereich Richtung Sudetenstraße.
Unser Sorgenkind: die Schieferkuhle, hinterer Bereich Richtung Sudetenstraße.







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